Presseberichte zur Kinsteerer Kerb 2009

Hoch her ging es am Freitagabend bei den "Roten" im Kaisersaal. Dort fand wieder der "Saufmaschinen"-Wettbewerb statt. Nur knappe fünf Sekunden brauchten die Teams, um die mit zwei Litern Bier gefüllte "Saufmaschine" zu leeren.Vollformat/Harald Linnemann
Hoch her ging es am Freitagabend bei den "Roten" im Kaisersaal. Dort fand wieder der "Saufmaschinen"-Wettbewerb statt. Nur knappe fünf Sekunden brauchten die Teams, um die mit zwei Litern Bier gefüllte "Saufmaschine" zu leeren.Vollformat/Harald Linnemann

"Trocken und kalt" als Markenzeichen


Main Spitze 19.10.2009 - RÜSSELSHEIM

Von Claus Langkammer


KÖNIGSTÄDTER KERB Buntes Treiben auf dem Bismarckplatz/Viele Haßlocher und Nauheimer unter den Flaneuren

 

Der altgediente Schausteller-Profi Helmut Biebel blickt kurz über den Platz und um ein paar Ecken, ehe er feststellt: "Na so um die zwanzig von uns werden es sein, die da sind." Er, der weit herumkommt, vermag doch auch sicherlich eine Besonderheit der Königstädter Kerb zu benennen, die sie von allen anderen Festen unterscheidet? "Trocken und kalt", kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Aber er fasst es noch weiter. In dem malerischen Geviert des Bismarckplatzes mit der uralten Eiche, zwischen Spielwaren und Zuckerwatte, zwischen Fadenziehen, Losbude, Schlemmerhütte, Pfeilwerfen, Schießbude, Bier, "Frohsinn"-Stand, Schiffschaukel, Karussell und Mandelbrennerei, sieht er stets "viele Leute von Nauheim und Alt-Haßloch, mehr als umgekehrt Königstädter in Nauheim oder Haßloch". Mit Verlaub, wie kann man denn feststellen, wer von woher kommt? "Ich kann natürlich nicht die Namen sagen, aber ich kenne die Leute vom Gesicht her."

In Höhe der "Krone" hat sich der Trupp um Noch-Kerwevadder Tobias Stephan formiert. Letzterer schwang am Samstag mächtig den Vorschlaghammer, um mit einer Anzahl von Holzkeilen den 20 Meter hohen und gut zwei Tonnen schweren Kerwebaum - sozusagen das Hoheitszeichen des Festes - in seiner von der Stadt angelegten Grube bombenfest zu verankern.

Diesem Spektakel, so erinnert sich Ex-Kerweborsch Rolf Peine, der die Kerwe seit Jahren auch fotografisch und filmisch dokumentiert, "haben früher Hunderte von Leuten zugeschaut, das war ein Ereignis, der Kampf mit dem schweren Baum". Diesen Kampf entscheiden heutzutage letztlich die Feuerwehr mit der ausfahrbaren Leiter und ein Kranwagen. Dennoch: Als der Stamm schließlich in das Loch hineinrutscht, brandet immerhin spärlicher Beifall auf.

Der Baum selbst stammt diesmal aus dem Wald in der Nähe der Werkstätten für Behinderte. "Wir melden uns beim Förster", berichten Tobias Stephan und Noch-Nur-Kerweborsch Nick Krombholz, "und der zeigt uns dann, welche Bäume man nehmen kann". Am Ende der Kerb wird er zersägt. Seine Teile werden versteigert.

Am Sonntag zieht es eine stattliche Zahl von Besuchern zwischen die Buden - mehr oder minder ein einziges "Ei, auch da?" Von einem Stand für Bier und Schnaps hallt das Lied "Dicke Mädchen machen mich verrückt, dicke Mädchen hat der Himmel geschickt", und gewiss nutzt man die Gelegenheit, die Köpfe auszulüften, denn am Samstag haben "Rote" und "Grüne" zu ihren Kerwetänzen gerufen.

Einer von vielen Kerwe-Flaneuren: der Ur-Kinsteerer Stefan Schäfer, dessen Vater und Großvater schon bei den Kerweborsch gedient haben. "Man fiebert das ganze Jahr drauf hin. Das ganze Jahr freut man sich auf diesen Bieranstich."

Diesmal freilich hatte eine lästige Erkältung ihn sich schon vor dem Bieranstich fühlen lassen "wie nach dem Bieranstich", war gottlob aber rechtzeitig abgeklungen. Neben ihm stehen mit großen Augen seine Kinder Julian und Monia, und der Papa fragt: "Wem is´ die Kerb, Julian? - "Unser!"

 

Quelle: www.main-spitze.de

 

 

Im Rahmen der Königstädter Kerb zog auch der Umzug durch den Rüsselsheimer Stadtteil. Foto: Harald Linnemann
Im Rahmen der Königstädter Kerb zog auch der Umzug durch den Rüsselsheimer Stadtteil. Foto: Harald Linnemann


Unterschiedliche Resonanz: Offene Geschäfte zur Königstädter Kerb


Main Spitze  19.10.2009 - KÖNIGSTÄDTEN


(gir). Erneut hatten die in der Königstädter Gewerbegemeinschaft organisierten Geschäftsleute des Stadtteils am Kerwesonntag verkaufsoffen. Hunderte strömten in die Läden im Einkaufszentrum und drumherum. Darunter auch Ortsvorsteherin Helga Schug (UKL), die sich besonders darüber freute, dass im Einkaufszentrum (EKZ) seit Kurzem auch ein Optiker niedergelassen ist, der sich ebenfalls an dem verkaufsoffenen Sonntag beteiligte. Und dass diesmal ebenso die Betreiber des Eiscafés im EKZ wieder bei der Aktion dabei waren.

Die Bilanzen der Beteiligten fielen allerdings höchst unterschiedlich aus. Während dieser Sonntag nicht der Tag der Dame war, an deren Stand Süßes und Saures in Gläsern zu haben war, zog die Metzgersfrau gleich gegenüber, Waltraud Streun, ein durchweg positives Fazit. Schon gleich zu Beginn der Aktion, ab 13 Uhr, hätte es die Leute „wie verrückt“ in ihren Laden gezogen. Insbesondere das dort angebotene Wildfleisch sei nachgefragt worden, berichtete sie. Auch beim Bäcker und dem Floristen nahe des EKZs in der Kohlseestraße herrschte reges Kommen und Gehen. „Sehr gut“, lautete auch das Fazit Gisela Meskos, der Zweiten Sprecherin der über 25 Mitglieder starken Königstädter Kerwegemeinschaft, sowohl mit Blick auf den Andrang in ihrem Modehaus als auch in Bezug auf die Aktion allgemein.

„Wir sind dicht am Platz“, scherzte genauso zufrieden Geschäftsfrau Martina Mischlich, deren Fahrrad-, Haushalts- und Geschenkeladen gegenüber der Königstädter Grundschule sehr nahe am „roten“ Epizentrum der Kinsteerer Kerb, dem „Kaisersaal“ mit dem festlich bestückten Bismarckplatz, davor liegt. Etwas später als geplant machten sich vom Kerweplatz aus die „roten Kerweborsch“ auf den Weg zu den Geschäftsleuten. „Nett“ und „sehr angenehm“, empfand eine Nauheimerin den verkaufsoffenen Sonntag. „Sehr gut“, lobte die Königstädterin Muradiye Öncü die Aktion.

Allerdings war seitens der Geschäftsleute auch zu hören, dass Wirtschaftskrise und das Bangen um Opel bei ihnen durchaus in Form von Kaufzurückhaltung zu spüren seien. Der vor seinem Bau im Königstädter Ortsbeirat und der Stadtverordnetenversammlung umstrittene, neue Supermarkt nahe der Gehart-Hauptmann-Schule wurde dagegen von den befragten Geschäftsleuten nicht kritisiert. „Ich bin froh, dass dieser Supermarkt da ist“, bekannte Ortsvorsteherin Helga Schug und lobte den verkaufsoffenen Kerwesonntag mit den Worten: „Königstädten zeigt heute, was es hat: nicht nur eine schöne Kerb.“

 

Quelle: www.main-spitze.de

 

Gemeinsamer Einzug der "Roten" und "Grünen" Kerweborsch zum Frühschoppen in den Kaisersaal  Vollformat/Harald Linnemann
Gemeinsamer Einzug der "Roten" und "Grünen" Kerweborsch zum Frühschoppen in den Kaisersaal Vollformat/Harald Linnemann

Haspel schon morgens um halb elf


Main Spitze 20.10.2009 - RÜSSELSHEIM


KÖNIGSTÄDTER KERB Stimmungsvolle Frühschoppen im "Bärenstübbsche" und im "Kaisersaal"


(cl). Die Achse im Ort Königstädten rotiert derzeit zwischen "Kaisersaal" und "Bärenstübbsche", wobei die größere Belastung traditionell auf der Seite der "Krone" zu liegen pflegt: "Grün" und "Rot" waren am gestrigen Montag wieder Gastgeber zünftiger Kerbe-Frühschoppen.

Bei der "Alemannia" trifft man genau zum richtigen Zeitpunkt ein. Soeben halten die "roten" Kerweborsch dort fahnenbewehrten Einzug. Sie stehen noch nicht recht vorne bei der Musik, um Spruch und gesangliche Einlagen vor noch etwas verwaistem Saal erklingen zu lassen, die man sicherlich nur als Königstädter versteht, da wird ihnen von den Wirtsleuten Heino Dietrich und Grete Bittmann schon das Freibier kredenzt. In der Luft liegt der heimelige Geruch von Rippchen und Kraut aus dem Reich der "Chefköchin" Lina Bartkeviciene. An den Tischen aber sammeln sich bei den Klängen der "Zwoa Spitzbuam" bereits die Genießer des Deftigen: Haspel um halb elf - das nennt man eine deftige Unterlage für alles Kommende. Am Eingang sitzt noch etwas zurückhaltend eine Runde kaum merklich älterer Herren: "Bei uns", sagt einer, "ist das etwas gediegener."

Herbstspaziergang zum "Kaisersaal", dem Hauptquartier der "Roten": Dort stellt einer der drei "Schlawiner"-Musiker in hochkochender Stimmung zwei entscheidende Fragen: "Seid ihr alle fit?" Wichtiger aber ist im prachtvoll dekorierten Traditionssaal - Motto "Kerbe - das Original nur hier im Kaisersaal" - zweifellos die zweite Frage: "War die Runde von Euch? Nein? Dann haben wir noch eine gut." Sodann kündigt er an: "Wir spielen jetzt eine bekannte Melodie, die ihr sicher alle kennt." Es erklingt - das Kerbelied. Das Bier fließt in Strömen. Die netten Damen kommen mit dem Zapfen kaum nach, und die bekannten Kerbeküche-Düfte liegen auch hier geradezu betörend in der Luft.

Guter Dinge steht der "Krone"-Festwirt Guido Hinderkircher am Rande des trubeligen Geschehens, in dem jeder jeden kennt und man die Welt draußen mit ihren Widrigkeiten im Nu vergisst. Auch bei Gastronom Hinderkircher biegen sich bereits die Tische unter Deftigem, darunter herrliche Semmelknödel. "Tolle Stimmung", ruft er. "Da trägt sich alles von selbst." In Kürze sieht man dem gemeinsamen Einzug der roten und der grünen Kerweborsch entgegen - ein Stimmungshöhepunkt sondergleichen. Es scheint sich erneut zu bewahrheiten, was als Dekoration über der Bühne angebracht worden ist: "Wie die Zeit vergeht, wenn man mit dem Bär tanzt..."

Draußen, auf dem Bismarckplatz, lässt es sich in schönster Herbstsonne recht gemächlich an, wo Schausteller-Chef Helmut Biebel den Hinweis anbringt: "Gell, morgen (also am heutigen Dienstag) ist Familientag zu ermäßigten Preisen."

 

Quelle: www.main-spitze.de

Kinsteerer Kerb 2017


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Bis zur Kerb vom 21.-29.10.2017